Steuerliche Aspekte des Zusammenlebens unverheirateter Partner

Die steuerlichen Aspekte des Verheiratetseins wurden in den vergangenen Monaten von Politikern und Medien unter dem Titel „Heiratsstrafe“ ausführlich und aus meiner Sicht etwas einseitig diskutiert. Denn auch das unverheiratete Zusammenleben hat steuerlich  ein paar Knacknüsse zu bieten, die sich je nach Konstellation  unvorteilhaft auswirken können.

Währen sich verheiratete nämlich nicht darum kümmern müssen, wem bei gemeinesamen Ausgaben der entsprechende Abzug steuerlich  zusteht, so haben sich  Konkubinatspartner bei jedem Abzug nach der entsprechenden Steuerpraxis zu richten.

Beispiel Liegenschaftenunterhalt

Haben zwei Konkubinatspartner gemeinsam eine Liegenschaft erworben, und steht diese zu je  ½ im Miteigentum, so steht ihnen auch je  ½ des Abzuges für die Unterhaltskoten zu.

Verdienen beide Partner gleich gut und tragen beide entsprechend ihren Anteil an den Kosten, so ist dies nicht weitere problematisch.

Erzielt hingen nur einer der Konkubinatspartner ein Einkommen, beispielsweise weil Kinder da sind und die Partnerin  nicht (mehr) arbeitet, so können weiterhin beide Miteigentümer nur ½ der Kosten abziehen. Steht eine grössere Renovation an, so kann dies im Vergleich zu einem Ehepaar mit gleichen Einkommensverhältnissen zu einem grossen Nachteil führen,  indem ½ der Unterhaltskosten steuerlich schlicht nicht zum Tragen kommen.

Beispiel (vereinfachte Darstellung, übrige Einkommen/Abzüge werden weggelassen):

  • Steuerbares Erwerbseinkommen Ehemann/Konkubinatspartner 160‘000
  • Steuerbares Einkommen Ehefrau / Konkubinatspartnerin
  • Eigenmietwert Liegenschaft 20‘000
  • Sanierungskosten Liegenschaft   170‘000

Steuerbares Einkommen im Vergleich

Ehepaar

Konkubinatspartner

Konkubinatspartnerin

Erwerbseinkommen

160‘000

160‘000

0

Eigenmietwert.

20‘000

10‘000

10‘000

Total Einkommen

180‘000

170‘000

10‘000

Liegenschaftenunterhalt

-170‘000

-85‘000

-85‘000

Steuerbares Einkommen

10‘000

85‘000

-75000

 

Im Falle der Liegenschaftenkosten nimmt das Steuergesetz bei unverheirateten Partnern  also nicht auf die Einkommensverhältnisse, resp. darauf, wer diese trägt,  Rücksicht.

Anders sieht es beispielsweise bei den Kinderabzügen zu. Diese stehen bei unverheirateten zusammenlebenden Kindern demjenigen Partner  mit dem  höheren Einkommen zu (zwecks Vermeidung einer Konstellation wie oben am Beispiel der Liegenschaft dargestellt)