Geschäftspartnerschaft – finanzielle Aspekte der Unternehmensphilosophie

Wer zusammen ein Unternehmen gründen will oder sich auch zu einem späteren Zeitpunkt zusammentut (Fusion, Übernahme eines Unternehmens, Eintritt eines neuen Partners), sollte gut prüfen, ob man in Bezug auf die Unternehmensphilosophie zusammenpasst. Dazu gehören vor allem auch finanzielle Aspekte.

Preisphilosophie

Sein Produkt oder seine Dienstleistung kann ein Unternehmen zu einem hohen, mittleren oder günstigen Preis anbieten. Passen Niveau von Leistung und Preis zusammen, so spricht man von einem fairen Preis. Eine hochklassige Leistung darf auch teuer sein, der Preis ist trotzdem fair. Eine durchschnittliche Leistung oder ein Billigprodukt sollte hingegen auch zu einem entsprechenden Preis angeboten werden.

Die höchsten Umsätze erzielt man nicht automatisch mit dem höchsten Preis, sondern mit dem passenden Preis. Ist eine Produkt oder eine Dienstleistung zu teuer, so wird sie weniger nachgefragt.

Ich stelle immer wieder fest, dass viel KMU-Unternehmer diesen  Mechanismus nicht verstehen und  der Ansicht sind, dass der Erfolg über einen hohen Preis führt. Dabei ist die Grenze zwischen einem hohem und einem unfairem Preis schmal. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten kann ein zu hoher Preis ein Killer sein. Hatte der Kunde in der Vergangenheit den Eindruck, eine Leistung eher überbezahlt zu haben, so wird er spätestens in wirtschaftlich schwierigen Zeiten keinen neue Auftrag sprechen und sich nach einem  günstigeren Lieferanten oder Dienstleister umsehen. Unternehmer, die im Kunden eine Kuh sehen, die man nach Belieben melken kann, erhalten dann die Rechnung für ihr Preisgebaren präsentiert.

Ich stelle immer wieder fest, dass solche Fragen im Vorfeld einer Geschäftspartnerschaft viel zu wenig diskutiert werden und sich dann genau daran die Geister scheiden und eine Partnerschaft scheitert.

Lohnphilosophie

Ähnlich verhält es sich mit den Löhnen. Einerseits denjenigen der Mitarbeiter, vor allem aber mit  den eigenen.

Ist man bereit und in der Lage, beim Aufbau eines Unternehmens zu einem tiefen Lohn zu arbeiten? Kann und will man, wenn es einmal schlecht läuft, gar auf einen Lohn verzichten? Sollen Gewinne in Form von Boni abgeschöpft werden? Oder sollen die erwirtschafteten Mittel für das Wachstum des Unternehmens und als Rücklagen für schlechtere Zeiten im Unternehmen belassen werden?

Solche Fragen sollten Sie eingehen ausdiskutieren bevor Sie sich in einer Geschäftspartnerschaft binden. Stimmt man in diesen Punkten nicht überein, so wird die Partnerschaft schlicht nicht funktionieren.

Fremdkapital

Geteilter Meinung kann man ebenfalls über die Aufnahme von Fremdkapital sein. Sich für den Unternehmsaufbau zu verschulden birgt immer auch ein Risiko. Insbesondere, wenn der Kapitalgeber private Sicherheiten verlangt.

Ist man bereit, dieses Risiko einzugehen oder soll der Aufbau nur mit Eigenkapital erfolgen und als Folge davon halt langsamer und moderater erfolgen? Auch dieser Punkt sollte vor Eingehen der Partnerschaft geklärt werden.

Investoren

Wie sieht es in Bezug auf Investoren aus? Ist man bereit, Anteil an der Gesellschaft an Investoren abzugeben um schneller wachsen zu können? Wie gross soll das Unternehmen überhaupt werden?

Wenn der eine Partner vom Börsengang träumt und davon , dass er sich danach mit seinem Gewinn aus dem Geschäftsleben zurückziehen und privatisieren kann, die Vorstellung des Partners hingegen ein gesichertes Einkommen im eigenen kleine Unternehmen ist, dann passt dies auch nicht zusammen.

Fazit

Sich sympathisch zu sein und in Bezug auf Ausbildung und Fähigkeiten perfekt zu ergänzen, reicht nicht aus, um eine Geschäftspartnerschaft einzugehen. Diskutieren Sie Geschäftsphilosophie und Ihre Einstellung zu finanziellen Aspekten vor dem Eingehen einer Partnerschaft eingehend aus.